Lübesse: Anbaggern für Energiefabrik

VR-Bank Nord eG unterstützt den Bau des ersten grünen Gasspeicherkraftwerk in Lübesse

Mit dem symbolischen „Anbaggern“ haben in Lübesse die Bauarbeiten für das erste emissionsfreie Gasspeicherkraftwerk im industriellen Maßstab begonnen.

BU: v.l. Vorstandsmitglied Michael Möller, Leiter Beteiligung Energie Oke Hansen und Bernd Jeske, Geschäftsführer der Lübesse Energie GmbH

Lübesse 02.03.2022

In dem Ort Lübesse in Mecklenburg-Vorpommern, haben die Bauarbeiten für das erste emissionsfreie Gasspeicherkraftwerk im industriellen Maßstab begonnen. Die Wasserstoff- und Methanerzeugungsanlage mit einer Elektrolyseleistung von 4 MW ermöglicht die Speicherung und Nutzung von Windstrom für die lokale Energieversorgung des Dorfes Lübesse sowie eines angrenzenden Gewerbegebietes.

Zusätzlich werden regenerative Kraftstoff (e-Fuels) für den Verkehrssektor erzeugt. Gemeinsam mit Reinhard Meyer Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Arbeit und Tourismus des Landes Mecklenburg-Vorpommern gaben die Initiatoren des Projektes – das
Technologieunternehmen Exytron aus Rostock, der Windparkentwickler Naturwind aus
Schwerin sowie die VR-Bank Nord eG aus Flensburg – am 2. März 2022 den Startschuss für den Bau der Energiefabrik. Gefördert wird das Projekt mit bis zu 15 Mio. Euro.

In den nächsten 1,5 Jahren sollen Produktionsanlagen zur Erzeugung von Wasserstoff, Methan und Flüssigerdgas (LNG – Liquified Natural Gas) sowie Speicheranlagen und drei
Blockheizkraftwerke errichtet werden. Parallel entsteht im Ort ein Nahwärmenetz. Strom zur Herstellung von Wasserstoff kommt aus zwei Windkraftanlagen, die in den nächsten Jahren durch eine moderne 5,5 MW-Turbine ersetzt werden sollen.

Aus dem Wasserstoff wird mit biogenem Kohlendioxid synthetisches Methan erzeugt, das leichter zu handhaben und besser speicherbar ist. Das Methan kann dann als Erdgasersatz in den Blockheizkraftwerken genutzt werden, um Strom und Wärme zu erzeugen, wenn kein Wind weht. Dies ermöglicht vor Ort eine zu 100 Prozent dezentrale Versorgung mit grünem Strom. Das bei der Verbrennung entstehende Kohlendioxid wird im Kreislauf zurückgeführt und dient wieder als Ausgangsstoff zur Herstellung von Methan.

Die entstehende Abwärme wiederum wird über ein Nahwärmenetz an Haushalte und Unternehmen vor Ort abgegeben. Dadurch werden fossile Heizsysteme ersetzt. Zusätzlich wird synthetisches Methan zu LNG verflüssigt und als Kraftstoff vermarktet. Rund 1.200 Tonnen grünes Methan sollen jährlich in der Energiefabrik erzeugt werden. In unserer Gemeinde wird seit vielen Jahren erneuerbarer Strom produziert. Die Energiefabrik macht Lübesse nun zu einem Modelldorf für die Energieversorgung der Zukunft“, sagt Bürgermeister Burghard Engel. Das Konzept der dezentralen Energiefabrik ist skalierbar und kann auch auf andere Standorte übertragen werden, so die Lübesse Energie GmbH.

Quelle: IWR Online

  • Christian Sell
  • Leiter Marketing, Verbund & Kommunikation
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